Donnerstag, 16. März 2017

licht des frühlings

von winterschweren lidern
fällt zartflockig
letzter schnee

aus den tiefen
abgelebter tage
fließen verse voll

von fern ein
leiser harfenton
von schweigen gefiltert

gebrochene gedanken
wecken schlafende bilder
und bauen ein neues haus

das licht des frühlings
züngelt am glück
solange du bei mir bist

© Jorge D.R. 2017

Montag, 20. Februar 2017

Eine Tasse Cappuccino

Gedanken an die Zeit
wo du geliebt wurdest

Noch immer schreibst du für ihn
aber es kommt keine Antwort mehr

Rückkehr zu dir selbst
das Warten üben

Das Lächeln behalten
als Schutz vor der Kälte

Momente speichern
bevor die Zeit wieder friert

Auf deinem Cappuccino
den Bläschen nachschauen

© Jorge D.R. 2017

Sonntag, 12. Februar 2017

noch einmal

ich lese deine zeilen
füge die worte neu
mache pausen beim sprechen
hier und dort
und dann noch einmal
ganz anders
meine seele beginnt zu schwingen
von duft genährt
trägt sie die gedanken
von einer baumkrone zur nächsten
der göttin entgegen
immer wieder greift
meine hand ins leere
doch als der tag zu ende geht
führt mich die einbrechende nacht
wie ein zebrastreifen
durch die rush hour des lebens
und ich erkenne dich

© Jorge D.R. 2017

Manchmal ist die Seele ausgetrocknet und gebiert keine Worte mehr. Gut wenn man dann eine Freundin hat, die einem mit sanfter Poesie an die Hand nimmt. Meine Zeilen sind eine Antwort auf dieses Gedicht von Diana Jahr: [weiß die nacht]

Donnerstag, 9. Februar 2017

Norden

Blauer Himmel den ganzen Tag,
eine gleisende, tief stehende Sonne.

Und kalt, kalt, kalt,
Polarlicht lässt die Träume frieren.

Grüße in die Nacht
von der anderen Seite der Erde.

Nichts Neues aus dem Norden.
Nur das Schweigen des Schnees.

© Jorge D.R. 2017

Montag, 23. Januar 2017

86400 sekunden

am tage
den menschen im blick
manche dinge tun
andere reifen lassen

am abend
die bilanzen schönen
das glück des tages
in die träume geleiten

in der nacht
wege der engel studieren
die leere zwischen den sternen
mit schweigen füllen

am morgen
der hoffnung raum geben
und noch einmal
bei null beginnen

© Jorge D.R. 2017

Sonntag, 1. Januar 2017

vom himmel

vor dem fenster
ein kalter wind
der himmel nirgendwo

schweigen
trägt das lied
von einsamkeit

du gehst
hinaus in die weite
mit leerer hand

im land
ohne horizont
verlierst du dich

in der spur von gestern
läuft die erinnerung
gegen das vergessen

am morgen steigt
ein lächeln
aus der leere

licht über dem eis
spiegelt deine seele
der himmel ist in dir

© Jorge D.R. 2017

Happy New Year 2017

Montag, 7. November 2016

Montag, 26. September 2016

eine weglänge

(für meine einjährige Enkelin)

in die spalten des abends
fällt ein müder tag
du hast aufgehört zu weinen
dein kopf auf meiner schulter

die gedanken des tages
auf der überholspur
verlieren sich
in deinem blonden haar

über die risse zum gestern
holt dein mund
mit "da da" und "oh oh"
die zeit zurück

das lächeln deiner augen
ein blühen auf abruf
lehrt mich schmerzlich
wie oft ich blind war

über die schatten
vom nahen ende
dehnst du den augenblick
hoch in den himmel

so viel leben
im zwischenraum
zeigt mir was bleibt
über den winter hinaus

wie schön
dass du mit mir gehst
wenn auch nur
eine weglänge

© Jorge D.R. 2016

Donnerstag, 19. Mai 2016

schweigen

zu wirre gefühle
für mein herz

zu harte töne
für meine ohren

zu viele worte
für meine sprache

zu laute träume
für meine seele

setz dich zu mir und
hilf mir schweigen

© Jorge D.R. 2016